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Comic-Style vs. Flat Design

Seit ein paar Jahren findet man bei den Agenturen und generell im Internet immer häufiger Grafiken, die im Comic-Style oder im Flat Design erstellt wurden. Während das Flat Design einen eher klar umrissenen grafischen Bereich beschreibt, verbindet man mit dem Begriff Comic, neben dem eigentlichen grafischen Stil, auch z. B. Druckformate oder Filme. Aber sowohl das Flat Design als auch der Comic-Style sind auf den ersten Blick leicht zu unterscheiden:

Comic-Style:

  •  Hauptsächlich klare, leuchtende Farben
  • Darstellungen von Schatten und Lichteffekten
  • Konturen
  • Eher naturgetreue Darstellung

Flat Design:

  •  Hauptsächlich gedeckte Farben
  • Bewusster Verzicht auf Schatten und Lichteffekten
  • Keine Konturen
  • Minimalistische Darstellung

Jeder, der schon mal einen Blick in ein Comicheft geworfen hat, kennt die typischen Zeichnungen. Am bekanntesten sind wohl die Comics der Superhelden Spidermann oder Batman. Die Figuren haben schwarze Konturen, der Schatten wird ebenfalls in Schwarz dargestellt. Aber das muss nicht zwingend so sein. Die Konturen und der Schatten können auch dezenter ausfallen. Wichtig ist nur, dass sie vorhanden sind. Gerade durch die Verwendung von Schatten erhält ein Bild räumliche Tiefe. Und genau darauf verzichtet man im Flat Design ganz bewusst. Schließlich soll das Bild ja Flat (flach) sein.

Ein typisches Bild im Comic-Style: Leuchtende Farben, Schlagschatten und Lichteffekte.

Die gleiche Grafik im Flat Design: Matte Farben, kein Schatten und auch keine Lichteffekte.



Seit einigen Jahren gibt es einen regelrechten Flat Design Hype, der seinen Ursprung übrigens im Webdesign und Betriebssystemen von Smartphones hat. Alle wollen solche Bilder. Doch zum Glück lässt sich der Comic-Style nicht unterkriegen. Etwa zur gleichen Zeit, als das Flat Design aufkam, konnte man auch immer öfter Bilder in Pop Art finden. Es ist wohl reine Geschmackssache, welche Art von Grafik man verwenden möchte und das hängt natürlich auch mit dem Verwendungszweck zusammen. Für Webseiten ist das Flat Design gut geeignet, aber die wenigsten möchten sich so ein Bild an die Wand hängen, oder damit seine T-Shirts bedrucken.

 

Inzwischen hat sich auch ein Design ausgeprägt, dass man als Mischung zwischen Comic-Style und Flat Design bezeichnen könnte. Dabei werden nach wie vor eher gedeckte Farben verwendet, auf die Kontur wird verzichtet, aber ein dezenter Schatten ist vorhanden. Noch zählt das zum Flat Design. Aber wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus mit der Zeit ein eigener, neuer Grafikstil.

 

Beide Grafikstile habe ich ausprobiert. Durch die minimalistische Darstellung im Flat Design hat man eine Grafik in diesem Stil viel schneller erstellt als im Comic-Style. Das ist natürlich ein wichtiger Aspekt. Mir gefällt aber der Comic-Style besser, da er lebendiger wirkt. Tatsache ist, dass bei beiden Grafikstilen viele Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden sind. Die Unterschiede sind manchmal nur minimal und beide Stilrichtungen haben ihren Reiz.

 

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann bei Wikipedia nachlesen. Für den Begriff Flat Design gibt es dort einen Eintrag, für den Begriff Comic sogar ein ganzes Portal:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Flat_Design

https://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Comic

Beispiel für eine Pop Art Grafik.

Solche Bilder kennt wohl jeder aus Comicheften.

Eine Landschaft im Comic-Style.

Eine Landschaft im Flat Design.


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