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Wie ich darauf kam, meine Bilder über Stock-Agenturen zu verkaufen.

Um ehrlich zu sein: Ich bin nur zufällig irgendwann mal beim Googeln bei Fotolia gelandet. Zuerst konnte ich nichts mit der Webseite anfangen. Ich sah mich dort um und fragte mich, was für Leute ihre Fotos für ein paar Cents verscherbeln. Die Idee fand ich grundsätzlich gut, aber ich konnte mir damals nicht vorstellen, meine Bilder für so wenig Geld anzubieten.

 

Also suchte ich nach anderen Agenturen. Agenturen, die deutlich mehr Geld für die verkauften Bilder auszahlen. So stieß ich dann auf Blickwinkel und Arcor Images. Beide Agenturen verkauften damals nur exklusiv und nur mit 5-Jahres-Verträge. Ich bewarb mich bei ihnen - mit großem Enthusiasmus. Jeweils etwa 400 Fotos veröffentlichte ich darauf hin dort. Dann habe ich gewartet. Gewartet auf das große Geld. Man was war ich doch naiv.

Als nach den ersten Monaten kein Geld rein kam, habe ich mich noch nicht gewundert. Dauert eben, dachte ich. Und so gingen die Monate ins Land, bis ein Jahr vorbei war. In der Zwischenzeit hatte ich das Ganze schon etwas aus den Augen verloren.

 


Im Jahr 2012 setzte ich mich dann noch mal mit dem Thema auseinander. Ich googelte viel, durchsuchte unzählige Webseiten und Blogs und verbrachte Stunden damit, die verschiedenen Lizenzmodelle zu verstehen. Schließlich suchte ich mir eine Handvoll Fotos aus und meldete bzw. bewarb mich bei Fotolia und Shutterstock. Bei Shutterstock wurde ich im zweiten Anlauf angenommen (damals musste man noch einen Monat warten, bis man sich erneut bewerben konnte), bei Fotolia wurde ich zwar angenommen, aber weit über 70 % meiner Fotos abgelehnt.

 

Das damals in meinen Augen sehr umständliche Uploadverfahren bei Shutterstock hat mich dann dazu bewogen, dort erst mal keine Fotos mehr hochzuladen. So beschäftigte ich mich in den folgenden Jahren nur noch mit Fotolia.

 

Die hohe Ablehnungsrate bei Fotolia hat mich zuerst sehr geärgert. Aber gleichzeitig hat sich mich auch dazu motiviert, bessere Fotos zu produzieren. Ich kaufte mir also eine bessere Ausrüstung und beschäftigte mich viel mit den Themen Bildaufbau und Bildbearbeitung. So konnte ich die Qualität meiner Fotos nach und nach verbessern. Jetzt, nach fünf Jahren, ist meine Annahmerate der Fotos und bei allen Agenturen nahezu 100%.

 

In den Jahren 2012 bis Anfang 2014 verkaufte ich ausschließlich Fotos bei Fotolia. Dann fand ich beim Surfen das Programm Illustrator. Da ich schon immer gerne und viel gezeichnet habe, faszinierte mich dieses Programm sofort.

 

Ich fing an damit zu arbeiten. Meine ersten Werke sahen zwar aus wie krackelige Kinderzeichnungen aber es machte mir trotzdem sofort ungemein viel Spaß. Über Monate probierte ich alles Mögliche damit aus, sah mir bei YouTube unzählige Anleitungen an und arbeitete massenweise Wikis durch. Learning by doing eben. Es wurden dann sogar einige der Grafiken bei Fotolia angenommen. Und sofort verkauft.

 

In den letzten Monaten des Jahres 2014 ging dann alles sehr schnell. Ich konnte gute Illustrationen erstellen, die alle bei Fotolia angenommen und verkauft wurden. Meine Einnahmen stiegen von Monat zu Monat. Was bisher für mich nur ein Hobby mit sporadischen, kleinen Einnahmen war, entwickelte sich zu regelmäßigen und steigenden Gewinnen.  

 

Mit Beginn des Jahres 2015 fing ich wieder an, bei Shutterstock meine Werke hochzuladen. Auch einige Fotos, aber hauptsächlich Grafiken. Sie wurden alle angenommen und die ersten Verkäufe stellten sich schon nach ein paar Stunden ein. Das motivierte mich sehr und ich meldete mich nach und nach bei anderen Agenturen an. Überall gab es Käufer für meine Grafiken. Am Ende des Jahres 2015 war ich bei 15 Agenturen online und habe über das Jahr eine schöne vierstellige Summe eingenommen. Diese Summe konnte ich dann 2016 mehr als verdoppeln und im Jahr 2017 werde ich sie sehr wahrscheinlich wieder mehr als verdoppeln. Und das alles mit Verkäufen ab 25 Cent.

 

Ich hätte damals nie gedacht, dass man mit diesen Cent-Verkäufen so viel Geld verdienen kann. Aber in der Stockfotografie geht es eben nicht um den einzelnen Verkauf, sondern um die Summe der Verkäufe. Ganz nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Dreck...

 

Übrigens: Bei Arcor Images verdiene ich heute so viel in einem Jahr, wie bei Shutterstock an einem halben Tag. Und bei Blickwinkel warte ich bis heute auf meine ersten Einkünfte.